Geschichte der GUGUBA Ballwil

Der Ursprung der Ballwiler Guugenmusik GUGUBA ist eigentlich bereits im Jahr 1969 zu suchen. Auf diese Fasnacht hin rotteten sich ein paar Lehrlinge just 14 Tage vor dem Schmutzigen Donnerstag zu einem Bubenzüglein, in welchem auch Mädchen Aufnahme fanden, zusammen. Proben gab es kaum, musste die Zeit doch ausreichen, um ein Kostüm zu beschaffen. Alte Feuerwehrkittel und aus Leintüchern von den Müttern gefertigte Twist-Hosen waren es. Die Auftritte beschränkten sich auf Ballwil, Ottenhusen und Abtwil, mussten diese Orte doch mangels Autofahrkenntnissen zu Fuss erreicht werden.
 
Eine zweite Auflage erfolgte 1971, diesmal als Ölscheich. In dieser Zeit fiel erstmals der Name GUGUBA. Wie er zustande kam, ist nicht mehr bekannt. Nach einem guuggenmusikalischen Absenzjahr wollte man dann etwas Echtes organisieren.
 
Im Herbst 1972 folgte die Mitgliederbewerbung und Instrumente wurden zusammengetragen. Nebst Pauken konnten damals bereits zwei Sousaphone erworben werden, welche sich als Signet für die GUGUBA geradezu anboten und auf einem Kleber angeboten wurden. Es wurde eifrig geprobt. Die grössten Erfolge wurden aber nach dem eigentlichen Proben im Wirtshaus mit Singen erzielt. Eine Rosshaarperücke musste als Kopfbedeckung dienen, für einen Grind reicht es noch nicht. Ein erstes Treffen mit den Wybärgschrecken in Lieli, die Umzüge in Hochdorf und Winterthur, nebst den gefeierten Auftritten an den Ballwiler Bällen, waren die Höhepunkte. In Erinnerung blieb auch der selbstfahrende Umzugswagen mit dem Sujet «Kirchenrenovation/ Kirchenneubau» welcher stellenweise von Hand durch Hochdorf geschoben werden musste.
 
1974 getraute man sich die Fertigung eines Grindes aus Polyester. Sein lachendes Orangengesicht passte recht gut zum orange-violetten Gewand. Im folgenden Jahr zierten hohe, gelbe Polyestergrinde und getupfte Hosenkleider die Guguba, anstelle der Grinde bei Saalanlässen grosse Dächlimützen. An dieser Fasnacht versuchte die Guguba erstmals eine Plakette zu fertigen. Wegen mangelnder Giesspraktik von Fliessmörtel musste die Jahreszahl auf 76 abgeändert werden. Die 700 Gramm schwere Wandplakette wurde in limitierter Auflage von 100 Stuck mit Zertifikat herausgebracht.
 
Grosser Schreck vor der Fasnacht
Aus dem Jahre 1976 ist der grosse Schreck im Gedächtnis, als auf den grünen Röcken zwei Wochen vor der Fasnacht Wasserflecken zu braunen Verfärbungen auf dem Stoff führten. In einer Blitzaktion musste der beschädigte Stoff zu einem neuen Kostüm vernäht werden.
 
Asterix im Römergewand führte die Guguba 1977 durch die fünfte Fasnacht. Mit einem Sternmarsch mit befreundeten Guuggenmusiken auf den Molkiplatz mit anschliessendem Monsterkonzert und Ansprachen, liess man sich feiern. 1978 erfolgte der erste Mayorenwechsel und als «Boogi-Baby» wurden erstmals geschäumte Grinde verwendet.
 
Der teuerste Umzugswagen
Das fröhliche «Schweinchen Dick» führte als Motto durch die Narrenzeit im 1979. In Erinnerung bleibt die verschwundene Bronzeplastik «Alicorn». Der 600 Kilo schwere und 40 000 Franken teure Brunnenschmuck wurde aus der finsteren Einsamkeit vom Schulhausplatz entwendet. Er wurde als einer der wohl teuersten Fasnachtswagen dieser Zeit an einem Hochdorfer Umzug einer breiteren Öffentlichkeit vorgeführt und unter grossem Geschränze wieder an seinen angestammten Platz zurückgeführt.
 
Unter der Bezeichnung «Disco-Baby» zog man 1980 im Glitzerstoffkleid mit Halbmaske und Blumenschmuck durch die hohe Zeit. Die einzuführende «Sommerzeit» beschäftigte 1981 auch die Gugubaner und wurde zum Motto gewählt. Dem Grind als grossem Wecker mit den doppelten Stundenzeigern konnte die Zeitverschiebung weniger antun als der starke Regen am Umzug vom Güdis-Dienstag. In diese Zeit fiel auch die erste Fasnachtbeerdigung am Aschermittwoch.
 
Als «Einhorn» ist die GUGUBA zum Zehnjährigen angetreten. Der grosse Umzug vom Fasnachtsmontag mit Beteiligung der Schulen, sämtlicher Vereine und der Martinizunft Hochdorf, war ein gewaltiges Erlebnis. Die damaligen Mitglieder erinnern sich noch sicher an die x-hundert gefertigten Papierblumen zur Gestaltung der drei Meter hohen Jubiläumsplakette. Auch der erstmals durchgeführte Kostümball im neuen Gemeindesaal zählt zu den Höhepunkten von 1982.
 
Der spinatessende Popey führte die Guugger durch die Fasnacht 1983. Die Jubiläumreise, vom Zehnjährigen her, blieb wohl jedem Teilnehmer als ein einmaliges Erlebnis in Erinnerung. Die Minikreuzfaht Genua – Barcelona – Menorca – Genua vermochte eine kleine Ahnung vom Leben auf hoher See zu vermitteln.
 
Die Aerobic-Welle erfasste die Guguba im folgenden Jahr und unter dem Motto «...sagt der Käfer» führte der kleine putzige Wichtling der weitverbreitetsten Zeitung im Jahr 1985 durch närrische Zeiten. Globi war das Motto der 86er Fasnacht.
 
Zum Thema Wetter kleidete sich die Guuggenmusik 1987 in Schön- und Schlechtwetterkostüme. In diesem Jahr wurde mit der zwölften Ausgabe die Reihe der Grossplaketten vorerst beendet. Am Kostümball wurde im Rahmen des Guguba-Auftritts um Mitternacht erstmals eine zum Thema passende Show aufgezogen. Ei, wie es da blitzte und donnerte, der Wind blies und Rauch aufstieg! Aus Anlass des 15jährigen Bestehens der Guuggenmusik wurde das seit einigen Jahren auf dem Schulhausareal mit befreundeten Guuggenmusiken durchgeführte Monsterkonzert auf den Sternplatz verlegt. Mit dem Einrichten der alten Sternenbar in der Kegelbahn und dem Betreiben einer Festbeiz im Zwischenteil wurde die Sternenfasnacht am Güdismontag wieder neu belebt.
 
Der Teufel trieb sein (Un)Wesen zur Fasnacht 1988. Die rot-gelben Flammen der Gewänder leuchteten in dieser Schönwetterzeit besonders intensiv. Anstelle der Plakette wurden handgefertigte Schnapsgötterli aus glasiertem Ton als Fasnachtserinnerung angeboten. Sie waren der Beginn einer Reihe von Fläschchen für verschiedenen geistigen Inhalt.
 
Als Römische Legionäre haben die Gugubaner im Folgejahr den Kampf gegen die fasnächtlichen Tücken und vorjährigen Teufelchen aufgenommen. Die überirdischen in den silbrig-violetten mit Sternen besäten Kostümen versetzten die Zuschauer 1990 in eine andere Welt, die Märchengestalt der gestiefelte Kater in seiner herausgeputzten Erscheinung dürfte noch heute Erinnerung an die Zeit 1991 wecken.
 
20 Jahre GUGUBA 1992
Vieles hat sich verändert – noch zwei Mitglieder stehen seit der Gründung aktiv in den Reihen – die Arbeit jedoch, die jedes Jahr erbracht werden muss, ist kaum kleiner geworden. Gefragt sind immer wieder Enthusiasten, welche ihren Lohn darin sehen, eine einigermassen organisierte Fasnacht zur Freude des Dorfes und auch zur eigenen Befriedigung zu gestalten. Als Jubilare versucht die Guuggenmusik ihr Fest mit allerlei Besonderheiten zu spicken.
 
Ein OK aus Aktiven und alten Fasnächtlern hat sich die Aufgabe gestellt, nebst den ordentlichen Anlässen wie den Kostümball am Fasnachtsfreitag und dem Guguba-Fäscht am Güdismontag, am Sonntag einen Umzug durchzuführen. 35 Nummern mit über 700 Mitwirkenden sind angemeldet und versprechen ein Riesengaudi. Anschliessend wurden die Zuschauer mit Darbietungen im Gemeindesaal und im Grotto bei Stimmung gehalten.
 
25 Jahre GUGUBA 1997
1997, in diesem Jahr konnte die Guguba Ballwil ihr 25-jähriges Bestehen feiern, welches ganz im Motto Gugiläum stand. Es lag sehr nahe die riesen Geburtstagsparty am Fasnachtfreitag gleich zu benennen. Eine gewaltige Party erlebten die Besucher an diesem Abend. Neben einem grossen Guggerumzug (15 Guggen) um 18.30 Uhr und den anschliessenden Monster vor dem Gemeindehaus wurden in verschiedenen Hallen und Bars gefeiert bis früh in die Morgenstunden.
 
30 Jahre GUGUBA 2002
Das 30-jährige Jubiläum wurde unter dem Motto "Normal esch Schiisdräck" gefeiert. In der Jubiläumsfasnacht spielte die Guguba nach langem Anstehen zum ersten Mal auf der Rathaustreppe in Luzern.
Der eigene Auftritt um Mitternacht am Gugiläum zog dermassen viele Leute an, dass nicht mehr alle im Zelt Platz fanden und von draussen her zuhören mussten. Im selben Jahr machten sich die Gugubaner auf, um die Gemeinde Ballwil zu umwandern. Abgeschlossen wurde dieser Anlass mit einem Spanferkelessen und einer Übernachtung im Wald.
Besonders hervorzuheben ist die Aufnahme der ersten Guguba-CD. Im Januar 2003 fand dann die CD-Taufe statt.
 
35 Jahre GUGUBA 2007
Im Jahre 2007 waren die Gugubaner als Samurai unterwegs. Die Jubiläumsreise führte ins Wallis, wo die Mitglieder beim River Rafting auf der Rotte viel Spass hatten.
 
Um den Kontakt zur Juguba zu verstärken, wurde beschlossen, dass beide Guggenmusiken das Lied Ironic einüben. An der Fasnacht 2009 fanden dann einige gemeinsame Auftritte statt, ein besonderes Erlebnis mit so vielen Leuten auf der Bühne zu stehen!
 
40 Jahre GUGUBA 2012
Mit dem glamourösen Motto Vegas, Baby! wurde das 40-jährige Bestehen gefeiert. In diesem Jahr wurde das Motto zusammen mit der Wagenbaugruppe Baubuuum ausgewählt, die dann ihren Wagen passend dazu gestalteten. Um den Besuchern des Gugiläums eine tolle Dekoration bieten zu können, wurden vor der Fasnacht Basteltage eingeführt.
 
Auf der Jubiläumsreise im Appenzellerland konnten die Gugubaner bei der Appenzeller Alpenbitter verschiedene alkoholische Produkte testen, um dann die Kalorien am nächsten Tag beim Kanufahren auf der Thur abzutrainieren.
 
Für die Fasnacht 2013 wurde wiederum die Zusammenarbeit mit der Baubuuum gepflegt, die zum Motto "Ballwil hat Stihl" eine überdimensionale Kettensäge gestaltete.
 
Anfangs Dezember 2013 fand zum achten Mal das Guggen-Eishockey-Turnier in der Südi statt und es wurde zum achten Mal von der Guguba gewonnen. Welch ein Erfolg!